Wie Antioxidantien deine Haut schützen
Erstellt am 31. August 2018 in Grundlagen der Ernährung
Die Hitzeperiode der letzten Wochen hat mich nicht nur dazu bewegt, eine Sommerpause vom Blog und YouTube einzulegen, sondern hat mich auch in vielerlei Hinsicht inspiriert. Zum Beispiel ist dieser Artikel und das zugehörige Youtube-Video entstanden, an denen ich lange Zeit gebastelt habe.
Da wir besonders jetzt im Sommer bei herrlichem Wetter der Sonne stark ausgesetzt sind und das unsere Haut ganz schön strapaziert, müssen wir gut auf sie acht geben. So können wir es hoffentlich vermeiden, dass wir eines Tages unter Hautkrebs leiden, und uns in der retrospektive ärgern, dass wir nicht sorgsamer waren.
Eine große Rolle für unseren körpereigenen Hautschutz spielen Antioxidantien. Aber bevor ich näher auf den Zusammenhang von Antioxidantien und unserer Nahrung eingehen werde, will ich erst kurz erklären, was in unseren Hautzellen überhaupt passiert, wenn wir uns der Sonne aussetzen. Dann ist es vielleicht einfacher zu verstehen, wie man den eigenen Sonnenschutz mit den richtigen Lebensmitteln unterstützt.
Die Wirkung der Sonne auf unsere Haut

Die Sonne hat unglaublich viel Energie. Selbst nachdem ihre Strahlen 149.600.000 Kilometer zu uns auf die Erde gereist sind, bringen sie immer noch so viel Energie in unsere Zellen, dass sie z.B. direkt unsere DNA angreifen und zerstören können, oder freie Radikale erzeugen, die dann ebenfalls die DNA angreifen.
Ist unsere DNA einmal zerstört, muss sie sich möglichst schnell wieder reparieren oder es kommt zu Mutationen unseres Erbgutes und unsere gesunden Hautzellen entwickeln sich mit den Jahren zu kranken Krebszellen.
Die Aufgabe von Antioxidantien in den Zellen
Antioxidantien sind Stoffe, die, wie ihr Name schon sagt, Anti-Oxidationsreaktionen durchführen. Da in unserem Körper viele wichtige und energetisch stark geladene Reaktionen über Sauerstoffreaktionen, also sogenannte „Oxidationen“ abgewickelt werden, sind die Antioxidantien also wie die Aufpasser, dass alles seinen geregelten Gang geht.
In der Haut sorgen Antioxidantien dafür, dass die übermäßige Energie z.B. in Form von freien Radikalen, die von der UV-Strahlung erzeugt wurden unschädlich gemacht werden, damit sie nichts Schlimmes anrichten können. Außerdem stärken die Antioxidantien Enzyme, die für die Reparatur der DNA in der Zelle zuständig sind, damit diese keine Fehler machen und mit viel Ausdauer ihren Aufgaben nachkommen können.
Woher bekommt unser Körper Antioxidantien?
Da unser Körper Antioxidantien nicht selber herstellen kann, müssen wir sie mit unserer Nahrung aufnehmen. Antioxidantien kommen dabei fast ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor. So wie wir brauchen Pflanzen nämlich ebenfalls ganz viele Antioxidantien. Aber im Gegenteil zu uns können sie diese selber bilden.
Warum haben Pflanzen so viele Antioxidantien?
Pflanzen haben die Fähigkeit einfallende Sonnenenergie mittels Photosynthese in Form von Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zu speichern. Diese Umwandlungs- und Speicherprozesse sind sehr energiegeladen, und müssen daher gut kontrolliert und sehr vorsichtig ablaufen können. Pflanzen stellen daher ganz viele Antioxidantien her, damit all diese energetisch hochriskanten Prozesse geregelt und sicher funktionieren können. Und weil Pflanzen nicht einfach in den Schatten gehen können, wenn die Sonne ihnen zu viel wird, müssen sie wirklich viel von den Antioxidantien zur Verfügung haben.
Welche Lebensmittel enthalten besonders viele Antioxidantien?
Einige Antioxidantien kennst du vielleicht bereits: Vitamin C aus Zitrusfrüchten oder Paprika, Vitamin E aus Sonnenblumenkernen und schwarzen Oliven, oder das Pro-Vitamin K, auch genannt Karotinoid aus Karotten und Tomaten. Antioxidantien kommen vorwiegend in Obst, Gemüse, Nüssen, Kräutern und Gewürzen vor. Zum Glück sind die meisten Antioxidantien die Farbstoffe in unserem Essen, warum wir als Faustregel einfach auf die intensiv farbigen Lebensmittel achten können.

Zum Vergleich: Dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat oder Grünkohl hat viele mehr als farbloser Eisbergsalat, der fast gar keine Antioxidantien enthält. Oder: Beim Apfel sitzen die Antioxidantien in der farbigen Schale, und nicht im farblosen Fruchtfleisch. Auch andere farbige Lebensmittel wie rote Beete, rote Paprika, violette Auberginen und grüner Spargel enthalten unglaublich viele Antioxidantien.
Und dann gibt es da eben noch die ganz dunkel gefärbten Brom- und Blaubeeren. Die haben am allermeisten Antioxidantien und sind daher die absoluten Sieger auf dem Gebiet. Man könnte schon fast von “Superfoods” reden, aber wie du vielleicht bereits weißt, wenn du meine anderen Artikel verfolgst, finde ich den Begriff ein bisschen übertrieben. Aber eigentlich sind alle Beeren voll von Antioxidantien. Erst die Erdbeeren, später dann aber auch Himbeeren, Johannisbeeren und die bereits erwähnten Brom- und Blaubeeren sind also im Sommer genau richtig reif, nämlich dann wenn unsere Haut den natürlichen Schutz durch die vielen Antioxidantien dringend braucht.
Warum ich mich beim Sonnenschutz nicht einfach auf Sonnencreme verlassen sollte
Eventuell ist dir schon der Gedanke gekommen, dass du ja einfach Sonnencreme als Schutz für deine Haut verwenden kannst. Denn das würde dir eine gesunde Ernährung abnehmen. Aber das ist leider nicht so ganz die goldene Lösung. Die Haut hat nämlich noch ganz viele andere wichtige Aufgaben.
Unter anderem stellt sie Vitamin D3 her, was nur mit Hilfe der Sonnenstrahlen in der Haut geschehen kann. Der Sinn von Sonnencreme ist jedoch die Sonneneinstrahlung auf die Haut zu reduzieren und hindert daher den Vitamin-D-Herstellungs-Prozess.
Und genau an diesem Punkt kommen jetzt gesunde Lebensmittel wie Beeren wieder ins Spiel. Durch genügend Antioxidantien in meiner Ernährung stärke ich den eigenen Hautschutz, kann zumindest für kurze Sonnenbäder (so 15-20 Min.) ganz beruhigt auf Sonnencreme verzichten, und helfe meine Körper in der Zeit auch noch andere wichtige Funktionen zu erfüllen.
Und einen leckeren Hautschutz als Blaubeeren gibt es doch wirklich nicht, oder? Also hoffe ich, dass du die restlichen Sonnentage, die uns diese Saison noch bleiben gut nutzt, und deiner Haut mit leckerem Essen was Gutes tust.
Übrigens kannst du dir zu dem Thema auch den neuen Film auf meinem YouTube-Kanal anschauen, in dem ich zum einfacheren Verständnis viele der Prozesse noch anschaulicher erklärt habe.
Vielleicht hast du Lust, zu dem Thema auch noch weiter zu stöbern. Hier sind einige Quellen, die ich zu Rate gezogen habe, und die vielleicht noch spannend für dich sein könnten.
“The Role of Antioxidants in Skin Cancer Prevention and Treatment” aus der medizinischen Zeitschrift “Oxidative Medicine and Cellular Longevity, Vol. 2014
“The total antioxidant content of more than 3100 foods, beverages, spices, herbs and supplements used worldwide” aus dem Ernährungsmedizinischen Journal “Nutrition Journal”, Vol. 2010
Komplette Liste der über 3.100 auf Antioxidantien untersuchten Lebensmittel, siehe vorige Studie
Sehr intrerssamt. Danke Ronja!