Was ist in meiner Frühlings-Vitamin-Kiste vom Bauer?
Erstellt am 2. Juni 2018 in Dies und Das
Schon lange bevor wir vor rund zwei Monaten aufs Land gezogen sind, haben wir uns über alle möglichen Neuerungen informiert. In der Schweiz ist nämlich nicht nur von Kanton zu Kanton, sondern auch von Ort zu Ort alles ein bisschen anders. So mussten wir zum Beispiel schnell lernen, dass hier in den Bio-Müll andere Sachen rein dürfen, wie an unserem vorigen Wohnort.

Was ich auch ganz schnell raus gefunden hatte war, dass ein Obst-Bauer gleich bei uns im Dorf eine Gemüse-Kiste liefert. Im Schweizerdeutschen heißt das dann “Gmüeschischtli”. Ich sage aber meistens Vitamin-Kiste dazu, da unser Bauer nicht nur Waren von befreundeten Gemüsebauern rein tut, sondern auch das Obst aus seinem eigenen Anbau.
Jedenfalls ist mir Regionalität und Saisonalität aus vielerlei Gründen echt wichtig. In einem meiner älteren Artikel kannst du nachlesen, wieso. Daher habe ich mich riesig gefreut, als ich das mit dem Gmüeschischtli erfahren habe und sogleich ab dem erstmöglichen Termin eine für uns bestellt. Seitdem liebe ich all die feinen Sachen, die jeden Mittwoch Vormittag zu uns geliefert werden.
Die Unterstützung der regionalen Bauern
Ich finde es wichtig, die Arbeit der Bauern so direkt wie möglich zu unterstützen, ohne dass noch Zwischenhändler mit dem Vertrieb verdienen. Hier in der Schweiz geht das aufgrund der vielen Kleinbauern noch gut. So können Landwirte ihre eigenen Herren sein, Preise mitbestimmen und Angebot und Nachfrage direkt kontrollieren. Kleine Bauernhöfe sorgen für eine größere Artenvielfalt, weil die monotonen Riesen-Felder gar nicht möglich sind. Natürlich schlägt sich das etwas im Preis nieder. Aber “du bist nunmal was du isst”, und da finde ich, darf man in ein gutes Zell-Baumaterial für den Körper auch investieren.
Der Preis einer Gmüeschischte
Wenn wir schon bei Preis sind: unsere Gemüse-Kiste kostet 25 CHF. Das sind umgerechnet etwas mehr als 20 €. Und wie du später in der genauen Auflistung noch fest stellen wirst: All das Obst und Gemüse aus der Kiste könnte ich in einem Schweizer Lebensmittelgeschäft nie für den Preis kaufen. Das Preis-Leistungsverhältnis ist in meinen Augen also top!

Die Tücken einer Gemüsekiste – und eine Lösung
Gemüsekisten haben natürlich nicht nur ihre Vorteile, sie haben sicher auch einige Nachteile. Zum Beispiel weiß man nie genau im Voraus, was kommt. Unser Bauer ist so nett, dass man sagen kann, was zum Beispiel auf keinen Fall in die Gemüsekiste soll. Er bietet auch die Möglichkeit, bis Dienstag Mittags entweder für die Woche abzusagen, oder bestimmte Sachen zu bestellen. Dennoch, für den einen oder anderen mag das vielleicht schwierig sein, nicht genau zu wissen, was an frischen Produkten kommen wird.
Aber um das Problem mit der Ungewissheit zu umgehen, warte ich meistens bis Mittwochs unsere Kiste kommt, dann plane ich, was ich daraus machen werde. Erst dann gehe ich das noch einkaufen, was ich darüber hinaus noch brauche.
Um dir ein bisschen Inspiration zu geben, was man aus dem Obst und Gemüse so einer Vitamin-Kiste alles machen kann, will ich dir den Inhalt mal im Detail zeigen und dir dann berichten, was ich daraus so gemacht habe. Und falls du die Speisen dann selber machen möchtest, werde ich über die nächsten Wochen die detaillierten Rezepte hier auf meinem Blog und dem neuen YouTube-Kanal veröffentlichen.
Der Inhalt unserer Vitamin-Kiste

Diesmal war folgendes Obst und Gemüse im Gmüeschischtli:
- 500 g Rhabarber
- 1 Kohlrabi
- 1 Landgurke (mit bisschen festerer Schale)
- 1 Kopf Blumenkohl
- 850 g Karotten
- 1 Bund Radieschen
- 1 kg mehlig kochende Kartoffeln
- 2 gelbe Zwiebeln
- 1 Salatkopf
- ca. 600 g Strauchtomaten
- 700 g gemischte Äpfel (ich nehme an, es waren welche von der Sorte Kiku, Braeburn und Jonagold)
Das alles reicht für meinen Mann (der eh viel auf der Arbeit isst) und mich wirklich gut für eine Woche. Ich hatte an frischen Sachen nur noch ein paar Bananen und Birnen dazu gekauft und noch Petersilie von der vorigen Woche übrig. Außerdem habe ich hier und da noch andere Lebensmittel aus meinem Vorrat verwendet.
Frühstück
Zum Frühstück habe ich an zwei Tagen unseren beliebten Frühstücks-Früchte-Brei gemacht und Äpfel drüber gerieben. An den anderen Tagen gab es einfach Müsli mit Obstsalat aus Äpfeln und anderem Obst, das ich in meinem Kühlschrank hatte.

Mittagessen
Als ich den Blumenkohl in der Gemüsekiste gesehen habe, hat mich das sofort inspiriert, ein Curry draus zu machen, ganz brav mit Kichererbsen. Ist ja nicht so, dass ich für die kleinen Bohnen so viel Werbung mache, und sie dann selbst nicht nutze. 😉
Außer dem Blumenkohl habe ich für das Curry auch noch die Zwiebeln sowie die Hälfte der mehlig kochenden Kartoffeln aus der Gemüsekiste verwendet. Außerdem kamen auch noch gehackte Tomaten, gemahlene Koriandersamen, Curry Madras, Kurkuma, Ingwer, Knoblauch, etwas Joghurt, Salz, Tomatenmark, Petersilie und natürlich die Kichererbsen dran.
Wir hatten an dem Tag Besuch da, also habe ich gleich die doppelte Menge gekocht und den ganzen Blumenkohl verwendet. Wir konnten darüber hinaus noch zwei weitere Mahlzeiten vom Curry essen.

Serviert habe ich das Curry mit braunem Reis, Cashewkernen und etwas mehr gehackter Petersilie.
Abendessen
Mit dem vielen Gemüse aus der Kiste konnte ich fast jeden Abenden einen bunten Salat für uns machen. Meistens habe ich einfach alles rein was wir so hatten: Salat, Gurke, Karotte, Tomate, Radieschen, sowie Kürbis- und Sonnenblumkerne. Außerdem war die Salatrauke (deutsche, großblättrigere Form des Rucola) bei uns im Garten so schnell gewachsen, dass ich davon noch einiges dazu gemacht habe. Das ganze habe ich dann mit meiner guten hellen Salatsauce angemacht.
Zum Salat gab es den einen Abend noch frisches Ruchbrot, auf das wir zweierlei Hummus gestrichen haben, unter anderem meinen Lieblings-Paprika-Humus. Das Rezept dazu kommt ganz bald, versprochen!

Für Unterwegs
Am Wochenende bin ich dann mit der Bahn zu meiner Schwester und ihrer Familie gefahren. Ich war sicher fünf Stunden unterwegs und war daher froh über ein kleines Lunch-Paket. Ich hatte mir was von dem guten Hummus und dazu Gurken-, Karotten-, und Kohlrabistäbchen, sowie Radieschen aus unserer Gemüsekiste und ein paar Scheiben Brot eingepackt. Das hat wirklich mein Leben gerettet. Nichts ist schlimmer als Hunger auf einer langen Bahnfahrt.

Dessert
Wenn du meinen Artikel über Zucker schon gelesen hast, weißt du, warum Zucker nicht gesund für uns ist. Dennoch finde ich darf man hier und da ruhig einen Dessert genießen, wenn man das möchte. So habe ich die Gelegenheit genutzt und für unseren Besuch und uns aus dem Rhabarber kleine Soufflées zubereitet, die wirklich himmlisch geschmeckt haben und ganz fluffig waren. Es hat so viele kleine Portionen ergeben, dass wir am nächsten und übernächsten Tag auch noch was zum Naschen hatten.

Hast du auch die Möglichkeit, eine Gemüsekiste in deiner Gegend zu beziehen? Denk dran: Es ist vielleicht nicht immer die Beste Variante an frisches Obst und Gemüse zu kommen. Ich habe mich neulich zum Beispiel mit einer Freundin unterhalten, und sie hat erzählt, dass sie für eine Weile solch eine Kiste bekommen hat, und ihr das meiste Zeug vergammelt ist, weil sie nie so recht wusste, was sie draus machen sollte. So soll es natürlich nicht sein.
Aber falls du es noch nie ausprobiert hast, kann ich es nur wärmstens empfehlen. Wir lieben den Inhalt unserer Kiste immer sehr und dass wir damit einen Beitrag zum Erhalt unserer Bauern in der Schweiz leisten.
Auf meinem Youtube-Kanal findest du das Video zu diesem Artikel:
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