5 am Tag – die Zweite

Da ich vor habe, meine Blog-Einträge eher kurz und simpel zu halten gibt es heute „5 am Tag – die Zweite“. So kann ich auf einige Aspekte des Themas von vor ein paar Tagen erneut eingehen.

Bei meiner Recherche wie „5 am Tag“ (oder Projekte gleichen Inhalts aber mit anderem Namen) in verschiedenen Ländern der Erde praktiziert werden ist mir aufgefallen, dass die empfohlenen Tagesmengen unterschiedlich stark variieren. Für einige Kritiker der Initiative ist das ein riesiges Problem!

Hier eine kleine Übersicht:

Auflistung Empfehlungen untersch. Länder

Interessant ist, dass einige Länder zwar unterschiedliche Mengen in Gramm oder Cups angeben, die Strategie zum Messen im Alltag jedoch immer gleich bleibt. Der Einfachheit halber ist eine Portion Obst und Gemüse ungefähr das, was in eine Hand passt. Ein Apfel zum Beispiel passt in eine Hand. Das entspricht einer Portion. Oder eine Handvoll Trauben. Der Vorteil hierbei ist, dass Kinder mit kleineren Händen berücksichtigt werden, die im Vergleich zu Erwachsenen natürlich einen geringeren Bedarf an Obst und Gemüse aufweisen.

Wem das Maß mit den vollen Händen immer noch zu abstrakt ist, für den folgen ein paar Beispiele, was laut der Deutschen und der Schweizer Initiative „5 am Tag“ alles Portionsgrößen sein können.

  • ein Apfel, eine Orange, eine Birne, eine Banane, ein mittelgroßer Maiskolben, eine große Tomate oder zwei Karotten
  • ¼ Broccoli-kopf, ein Drittel Salatgurke oder ein halber Eisbergsalat
  • eine Hand voll Johannisbeeren oder Trauben
  • zwei Hände voll Erdbeeren oder grüne Bohnen (die purzeln wohl zu schnell aus einer Hand)
  • Eine Hand voll Tiefkühl-Erbsen
  • Eine kleine Dose Mais*
  • Eine halbe Dose Ananas, ungesüsst (in eigenem Saft)*
  • 1 Hand voll getrocknete Linsen*
  • 5 Trockenpflaumen oder –Aprikosen*
  • Ein Glas (200 ml) Orangensaft ohne Zuckerzusatz*
  • ein Smoothie aus frischem Saft, Fruchtmark und –Püree ohne Zuckerzusatz (200-250 ml)*

*Anmerkung: Produkte aus Dosen, in getrocknetem Zustand oder in Form von Säften oder Smoothies sollten möglichst nur jeweils eine der 5 Portionen einnehmen.

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Natürlich nimmt einer womöglich ein bisschen weniger oder ein anderer ein bisschen mehr in die Hand. Viele Leute halten es deshalb für überflüssig, eine solche Initiative zu befolgen. Sie behaupten auch, dass gewisse Marketing-Strategien dahinter liegen. Ich sehe jegliche Kritik an der Initiative ganz gelassen. Denn obwohl man sich nicht ganz einig ist, wie viel Obst und Gemüse nun genau verzehrt werden sollten, die Botschaft ist bei allen gleich: Esst mehr frische Pflanzen-Produkte! Dem ein oder anderen hilft die Initiative “5 am Tag” vielleicht, sich bewusst zu machen, dass er nicht wirklich viel Obst und Gemüse zu sich nimmt. Und dann kann die Regel mit den 5 Portionen doch ein messbares Ziel geben, auf das man sich zubewegt.

myplate_lgEins der Länder, die eine andere Strategie als die Initiative “5 am Tag” nutzen ist die USA. Sie haben eine andere, mindestens ebenso hilfreiche Strategie eingeführt. Sie sagen: Die Hälfte von dem, was auf deinem Teller landet (und natürlich auch verspeist wird), sollte Obst oder Gemüse sein, wobei das Gemüse eben auch ein bisschen mehr ausmachen sollte als das Obst. Ich finde das eine geniale Strategie, auch weil es beim Einkaufen ungemein hilft! Wenn ich darauf achte, dass rund die Hälfte von dem, was an Lebensmitteln im Geschäft auf dem Band landet Gemüse und Obst ist, dann habe ich die Menge schon zu Hause. So komme ich weniger in Verlegenheit, Gemüse und Obst zu vergessen. Vielleicht findest Du diese Strategie praktikabler. Oder doch eher die mit den 5 Portionen?

Egal wer nun also die beste Strategie für eine Gesundheitsinitiative entwickelt hat, viel frisches Obst und Gemüse tut dem Körper gut. Es reduziert nachweislich das Risiko vieler sog. Zivilisations-Krankheiten wie Bluthochdruck, Artheriosklerose, Übergewicht, Diabetes und Krebs und liefert viele Nährstoffe, die der Körper braucht um fit und gesund zu sein. Und ob ich dann 5 Portionen, mehr als 5 Portionen oder sogar die Hälfte meines Tellers mit Obst und Gemüse fülle, das macht dann auch keinen großen Unterschied mehr. Viel wichtiger ist zum Beispiel auch, dass die Portionen Obst und Gemüse die ich zu mir nehme abwechlungsreich und farbenfroh zusammen gesetzt sind. So wird der Körper neben Vitaminen und Mineralstoffen auch mit vielen sekundären Pflanzenstoffen versorgt, die in jedem Obst und Gemüse ganz unterschiedlich vorkommen und unzählige positive Wirkungen auf den Organismus haben.

Übrigens: Gratuliere zum Durchhalten! Der heutige Beitrag ist doch ein bisschen länger geworden als geplant. Deshalb habe ich im ersten Satz noch ein “eher” vor das “kurz” gesetzt. 😉


Für diejenigen, die zu dem Thema noch weiter stöbern möchten:

BBC hat eine farbenfrohe Aufstellung einiger Portionsgrößen illustriert und geht dabei exemplarisch auf die Vorteile der jeweiligen Farben (und somit sekundären Pflanzenstoffe) für unsere Körper ein. Nicht vergessen: In England sind die Portionsgrößen kleiner als in Deutschland (80 g vs. 130 g).

Die Schweizer Initiative „5 am Tag“ bietet eine Datenbank mit dem geläufigsten Obst und Gemüse. Dort werden interessante Fakten über das jeweilige Produkt gegeben sowie Nährwerttabellen und die angebrachten Portionsgrößen.

2 Gedanken zu “5 am Tag – die Zweite

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