Blitzschnelles Bircher-Müsli aus dem Mixer
Erstellt am 20. Januar 2017 in Rezepte
Weil ich ein ganz schönes Süßmäulchen bin muss mein Tag immer mit etwas Süßem beginnen. Süß ist jedoch nicht gleich süß, wie in einem meiner vorigen Artikel zu lesen ist. Und so ist es besonders bei der ersten Mahlzeit des Tages ganz wichtig, möglichst wenig raffinierte Zucker und dafür umso mehr Vitamine und Ballaststoffe aufzunehmen. Dann ist ein energiereicher Start für den Tag garantiert!
Als meine Freundin Nikola vor einer ganzen Weile bei uns zu Besuch war habe ich ein Lieblings-Frühstück von mir, das schnellste Bircher-Müsli überhaupt, zubereitet. Es hat ihr so gut geschmeckt, dass sie gerne das Rezept haben wollte. Leider musste die Arme bis jetzt waren, um das Schweizer Frühstück auch zu Hause machen zu können. Tut mir leid, Nikola! Aber hier ist nun endlich das Rezept.
Blitzschnelles Bircher-Müsli aus dem Mixer
für 4 Portionen

Zutaten:
4 geh. EL feine Haferflocken
3 Hände voll Nüsse (z.B. Haselnüsse, Mandeln, Cashewkerne und Sonnenblumenkerne)
6 Datteln (entsteint)
4 Trockenpflaumen
3 Stück Obst (z.B. eine Banane, ein Apfel, eine Birne)
4 geh. EL Natur-Joghurt
2 EL Sahne
Zubereitung:
- Haferflocken in ein Schälchen geben und mit so viel heißem Wasser (aus dem Wasserkocher) übergießen, bis sie gerade so darin schwimmen. Zum Quellen beiseite stellen.
- Nüsse und Datteln so lange im Mixer hacken, bis die gewünschte Größe erreicht ist. Ich hacke sie bei mittlere Stufe jeweils ca. 5-6 Sekunden.
- Obst schälen bzw. waschen und in grobe Stücke schneiden. Mit den Pflaumen zu den Nüssen in den Mixer geben und erneut bis zur gewünschten Größe hacken. Je nach Stärke des Mixers dauert es unter Umständen nur 3-5 Sek., bis die persönlich präferierte Konsistenz erreicht ist.
- Nun den gequollenen Hafer, den Joghurt und die Sahne auf niedrigster Stufe im Mixer für ein paar Sekunden unter die Nuss-Frucht-Mischung rühren. Fertig!

Tipps:
Manche mögen das Müsli lieber kernig, andere lieber smooth. Für Kinder empfehle ich aus eigener Erfahrung die Nüsse und das Obst so fein wie möglich zu hacken.
Wenn was vom Birchermüsli übrig bleibt, hält es sich in einem luftdicht verschließbaren Gefäß (wie z.B. ein Schraubglas) übrigens super für einen Tag im Kühlschrank. Es eignet sich excellent als Snack für zwischendurch! Es wird unter Umständen an der Oberfläche durch den Oxidierungsprozess des Obstes etwas braun, schnell untergerührt erstrahlt es aber wieder wie frisch zubereitet.
Hier ist die thermomix®-Version des Rezepts zu finden.
Woher kommt eigentlich der Begriff “Müsli”?
Vor über hundert Jahren gewann das Müsli als gesunde, vollwertige Mahlzeit an Bedeutung. Die damals als Abendessen vorgesehene Speise wird seit einigen Jahrzehnten als Frühstück gegessen und feiert in der heutigen Zeit sein Revival. Und wer hat’s erfunden? Die Schweizer natürlich. Der gute Dr. Bircher (ein Schweizer Arzt) stellte um 1900 nämlich fest, dass es den Patienten in seiner Klinik sehr gut tat, sein leicht verdauliches Müsli zum Abendessen zu verspeisen. Er behandelte Patienten mit Verstopfungen z.B. unglaublich erfolgreich!
Dr. Bircher sprach sich ganz besonders für einen hohen Anteil an pflanzlicher Rohkost in der Ernährung seiner Patienten aus. So gab es auch zum Frühstück viel frische Lebensmittel. Er entwickelte eine besondere “Raffel” (dt. “Reibe”), die aus frischen Äpfeln ein feines Mus herstellte. Das wurde unter gequollene Haferflocken gerührt, mit Kondensmilch (wegen der damals problematischen Lagerung von Frischmilch) und etwas Zitronensaft verfeinert, und schon war das Bircher-Müsli geboren.
Das Bircher-Müsli ist sozusagen der Urahne des heute oft durch eine Menge Zucker verunstalteten “Health-Foods”. Es ist selbst auch der Namensgeber für das körnige Frühstück. Das ist nämlich dem enthaltenen, frisch geriebene Apfel zu verdanken. Da die Schweizer ihre Wörter gerne mit der verniedlichenden Abkürzung “-li” verzieren, entstand aus dem Frühstück mit Apfel-MUS das “Müsli”. Nicht also wegen den Körnern, sondern eigentlich wegen dem enthaltenen Frucht-Püree.
Mein Tip: Lieber mal auf die Original-Version des vollwertigen Frühstücks zurück greifen und die Zucker-geladenen Müsli-Verschnitte (die durchaus sehr lecker sein können) für besondere Anlässe aufheben.
Ein Hoch auf Dr. Bircher.
Ich freue mich schon jetzt darauf, es selbst auszuprobieren.
Es wird ein Fest. Danke!
Sehr gerne. Wenn eben auch mit etwas Verspätung. ?
Super – das wird mein Frühstück sein Montagmorgen. Ist ja so einfach und wird bestimmt lecker.
Das probiere ich auch. Wir essen gerade häufig die Müsli-Mischungen von Dr. Johanna Budwig. Sehr lecker, ohne Zucker und wird nur mit 1TL Honig gesüßt, wenn man es möchte. Die Idee mit den Datteln und Pflaumen ist auch prima, das ist süß genug.
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