Stoppt die Geschmacksverstärker!

In letzter Zeit habe ich mich viel damit beschäftigt, wie individuell sich unsere persönliche, optimale Ernährung eigentlich gestaltet. Wenn ich mir wissenschaftliche Studien anschaue, dann kann eine sogenannte “klare” aussage getroffen werden, dass diese oder jene Diät für die meisten der Befragten auf diese und jene Weise hilft. Aber was ist mit den 20 oder 30 % auf die die Aussage nicht zutrifft? Meines Wissens nach gibt es keine Studie, die eine 100 %-ige Zustimmung für eine bestimmte Diätweise aufzeigt. Und in meinen Augen gibt es auch eine ganz einfach Erklärung dafür: Was für den einen die ideale Ernährungsweise darstellt, kann für einen anderen ganz falsch sein und zum Beispiel zu Übergewicht führen. Wir besitzen zwar (fast) alle die gleichen inneren Organe, und doch arbeitet jeder Körper, jeder Stoffwechsel, jeder Kreislauf halt doch ein bisschen anders.

Die Funktionen unserer Körper sind für mich immer wieder ein Wunder. Einige Bereiche können wir ganz bewusst steuern, andere werden vom Körper selbst reguliert. So weiß unser Organismus auch recht gut, was er braucht um gut funktionieren zu können. Das muss unser Unterbewusstsein dann nur noch dem Bewusstsein vermitteln, dass wir auch die richtige Speise für den Körper in den Mund befördern.

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Diese Steuerung unseres Körpers wird durch die Moderne Ernährung leider zu häufig unterdrückt und durcheinander gebracht. Auf psychischer Ebene wird dem Hirn mittels Werbung verklickert, was der Körper brauchen soll. Auf physischer Ebene bringen uns zugesetzte Geschmacksverstärker durcheinander. Wie soll denn da der Körper dem voreingenommenen Kopf noch kommunizieren können, was er wirklich braucht und will?

Aus diesem Grund ist es mir ein wichtiges Anliegen, zugesetzte Geschmacksverstärker in unseren Lebensmitteln zu stoppen. Es ist mir deshalb so wichtig, damit wir wieder selbst bestimmten können, was wir essen wollen und was unser Körper braucht statt dass die Lebensmittelindustrie es uns diktiert. Nur so können wir unseren Körper verstehen und die für uns ideale Ernährungsweise herausfinden.

Was sind eigentlich Geschmacksverstärker?

Geschmacksverstärker sind Stoffe, die den Geschmack eines Lebensmittels verstärken oder unterstreichen. Man kann sie unterschiedlich einteilen, in natürliche und künstliche, in zugesetzte und ohnehin enthaltene Geschmacksverstärker.

Ob man es glaubt oder nicht, selbst ganz natürliche Lebensmittel enthalten nämlich Geschmacksverstärker. Zu den natürlichen Geschmacksverstärkern gehören dabei Zucker, Fett sowie einige Proteine. Ja, Zucker kann tatsächlich einen Eigengeschmack unterstreichen, Fette können die Geschmacksstoffe in vielen Speisen besser transportieren und selbst in ganz natürlichen Lebensmitteln wie Champignons ist Glutamat (eine Aminosäure) enthalten.

Besseresser-Siegel_D_FahneKünstliche Geschmacksverstärker sind dagegen ganz unterschiedliche Stoffe wie Süßstoffe (Aspartam, Acesulfam, etc.), Mononatriumgnutamat und Hefeextrakt. Diese können wie natürliche Geschmacksverstärker noch zusätzlich einer Speise hinzugefügt werden. In Zutatenlisten werden diese künstlichen Geschmacksverstärker oft als E-Nummern getarnt. Dabei handelt es sich vor allem um die dreistelligen Nummern, die mit einer 6 starten (Bsp: Mononatriumglutamat = E 621) oder mit einer 9 (Süßstoffe wie z.B. Aspartam = E 951). Hefeextrakt hat dagegen keine E-Nummer, weil es sich dabei um eine Mischung von Geschmacksverstärkern handelt. Leider darf sich dieser Geschmacksverstärker daher tarnen und ist selbst in Packungen zu finden, die mit “ohne Zusatz von künstlichen geschmacksverstärkern” bedruckt sind.

Warum gibt es in unseren Lebensmitteln künstliche Geschmacksverstärker?

Natürliche Geschmacksverstärker in Lebensmitteln waren schon immer wichtig, damit der Mensch sich gut ernähren konnte. Ihm zählt dank seiner vielen Sinne nämlich nicht nur der Aspekt dass überhaupt irgendwas im Magen ist, sondern auch dass es gut schmeckt. Besonders Abwechslung ist dabei ganz wichtig. Von immer dem gleichen Geschmack würde uns schnell langweilig werden, aber weil Lebensmittel unterschiedlich schmecken haben wir immer wieder Lust auf was neues und Anderes.

In den meisten Fällen bedeutet diese Abwechslung die Zufuhr einer Vielzahl von unterschiedlichen Nährstoffen, die der Körper alle braucht. Im Laufe der Industrialisierung unserer Lebensmittel sind aber viele Inhaltsstoffe, die den charakteristischen Geschmack einer Speise ausmachen durch starke Verarbeitung verloren gegangen. Um Lebensmittel lange haltbar zu machen müssen sie zum Beispiel hoch erhitzt werden. Bei dem Prozess gehen jedoch alle hitze-unbeständigen Geschmacksstoffe (und Nährstoffe) im Lebensmittel verloren. Damit es dennoch gut schmeckt, müssen nach dem Verarbeitungsprozess also Geschmacksverstärker hinzugegeben werden.

Ein anderer Aspekt, warum sich die Industrie entscheidet, künstliche Geschmacksverstärker zu verwenden ist der Aspekt Geld. Es ist teurer so viele Erdbeeren in einen Joghurt zu machen, dass er auch ordentlich schmeckt, als wenn ich einfach eine winzige Mengen Erdbeeren rein tue und ne Menge Geschmacksverstärker (auch natürliche wie z.B. Zucker) und Aromastoffe hinzufüge um den Joghurt auch nach Erdbeerjoghurt schmecken zu lassen.

Das Problem mit künstlichen Geschmacksverstärkern

So gut, wie es ein Ernährungswissenschaftler mal ausgedrückt hat, könnte ich es nie in Worte fassen:

“Hochindustrielle, mit künstlichen Aromen und Farbstoffen hergestellte Produkte bieten nicht nur eine minderwertige Nahrung, sondern täuschen auch die Sinne und die menschlichen Instinkte. Die Menschen verlieren dadurch regelrecht ihren Geschmack.”

Das Fatale bei den künstlichen, zugesetzten Geschmacksverstärkern ist also, dass wir unserem Körper nicht mehr zuhören können, was er eigentlich braucht, sondern dass uns die Geschmacksverstärker diktieren, auf was wir Lust haben oder was uns angeblich schmeckt.

Einige Geschmacksverstärker haben zudem noch negative Einwirkungen auf unseren Organismus: sie rufen zum Beispiel Kopfschmerzen oder Migräne hervor, können durch ihre Irreführung zu Übergewicht führen und bei einigen wird sogar vermutet, dass sie Krebs und andere schlimme Krankheiten erzeugen.

(Guter) Geschmack ist (wieder) zu erlernen

Schon mal auf die Packungen im Küchenschrank geschaut und fest gestellt, dass da ganz schön viele Geschmacksverstärker drin sind? Oder hast Du das Gefühl, dass Du Deinen Geschmack schon verlernt hast? Das ist noch kein Grund die Hoffnung zu verlieren! Lust und Geschmack für gutes Essen kann man wieder wecken! Durch Training kann der Geschmackssinn regelrecht wieder “repariert” werden.

Wie soll das gehen? Besonders wichtig ist dabei, immer wieder neue und andere Dinge auszuprobieren. Selbst wenn es einem mal nicht schmeckt, einfach wann anders erneut ausprobieren.

Die Prozesse beim Entwickeln oder erneut lernen von Geschmack sind dabei recht komplex. Forscher haben zum Beispiel raus gefunden, dass in dem Augenblick, in dem wir ein LM essen, wir es nicht mehr so stark mögen wie vielleicht zuvor. Einige Zeit nach dem Essen steigt diese Vorliebe aber wieder an. Man geht davon aus, dass dieser Mechanismus beim Menschen vorliegt, um dem Ur-Bedürfnis nach Abwechslung und Vielfalt der Nahrung nach zu gehen. Denn nur wenn wir vielfältig essen, wird unser Körper auch mit den vielen unterschiedlichen Nährstoffen versorgt, die in jedem Lebensmittel ganz divers vorhanden sind.

Mein Auftrag

Ob man nun mit Übergewicht, mit Verdauungsproblemen, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder anderen Problemen zu kämpfen hat: Die ganz bewusste Vermeidung zugesetzter Geschmacksverstärker und Aromen in unserem Essen kann bereits Wunder dagegen wirken!

Mein Auftrag lautet also: Einmal ganz bewusst ein Menü nur aus ganz natürlichen Stoffen zubereiten. Keine Tütchensoßen für Nudeln oder Gemüse nutzen, sondern lieber selbst mit frischen (oder getrockneten) Kräutern würzen. Eine der schwierigsten Zutaten ist vielleicht Gemüsebrühe, aber auch dafür gibt es geschmacksverstärkerlose Alternativen.

Der nächste Schritt ist neue Zutaten und Rezepte auszuprobieren, zum Beispiel meine erfrischende Sommer-Gemüse-Quiche oder eine ganz einfache, super leckere Karotten-Linsen-Sauce. Nicht vergessen: Der Körper muss einige Neuheiten mehrmals probieren, bis er sie auch mag.

Ich freue mich über jegliche Erfahrungsberichte auf dem Weg zum Geschmacksverstärkerlosen Vergnügen!

Ein Gedanke zu “Stoppt die Geschmacksverstärker!

  • Beatrice Sunke

    Ich bin froh über dieses Thema etwas zu erhalten, stören mich doch die Geschmacksverstärker schon seit langer Zeit. Jetzt bin ich erneut motiviert, sie aus meinem Speisenplan nach Möglichkeit zu entfernen (ist nicht immer leicht). Doch nur schon „Fabrikfood“ zu meiden ist ein grosser Schritt vorwärts. Danke Dir Ronja!

    Antwort

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